Festivalgeschichte

Die UNIMA (UNION INTERNATIONALE DE LA MARIONNETTE) 1929 in Paris und Prag gegründet, suchte einen Austragungsort für die Feierlichkeiten zu ihrem 50-jährigen Bestehen. War es Zufall oder Bestimmung? Österreich kam in die engere Wahl. Der damalige Kulturamtsleiter der Stadt Mistelbach, Ludwig Kronsteiner, hatte ein gutes Gespür, ergriff die Gelegenheit und begründete im November 1979 gemeinsam mit dem damaligen Bürgermeister, Hofrat Mag. Edmund Freibauer, die „1. Internationalen Puppentage Mistelbach“.

Im Laufe der Jahre gelang es, die Internationalen Puppentage als ein Instrument der Völkerverständigung einzusetzen und mit einem attraktiven und internationalen Theaterprogramm auf hohem Niveau der Stadt Mistelbach im Land Niederösterreich eine neue und wichtige Position zu geben.

Kronsteiners Nachfolgerin als Kulturamtsleiterin und ehemalige Präsidentin der UNIMA Österreich, Helga Ruso setzte gemeinsam mit dem damaligen Intendanten Dr. Olaf Bernstengel (1995 – 2011) und dem damaligen Bürgermeister Ing. Christian Resch die Tradition dieses internationalen Kulturevents mit neuen Ideen und großem Einsatz fort. So bekam 1996 das Festival den uns heute bekannten Namen „Internationale Puppentheatertage Mistelbach“ verliehen. Dank des Gemeinderates, der jährlich die finanziellen Mittel für dieses Projekt zur Verfügung stellt, des Landes Niederösterreich, das mit seinen Subventionen die Mistelbacher Kulturinitiative fördert, und den tausenden treuen Zuschauerinnen und Zuschauern aus nah und fern – ist dieses Festival heute, was es ist:

  • Österreichs wichtigster Impulsgeber auf dem Gebiet des Puppen-, Figuren- und Objekttheaters – mit einer anspruchsvollen Zusammenstellung der besten traditionellen und modernen Inszenierungen aus mindestens 10 verschiedenen Ländern für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.
  • Nach wie vor die wichtigste Drehscheibe zwischen den Puppenspielern aus Ost und West.

Viele heute für Mistelbach selbstverständliche und wichtige Einrichtungen wären ohne das Festival nicht realisiert worden – dazu zählen unter anderem der Stadtsaal Mistelbach, der Puppenspieler-Wein der Winzerschule, die Briefmarkenwerbeschau des ABSV Mistelbach, der Auslagenwettbewerb, die Eibesthaler Passion, internationale Ausstellungen in der M-Zone des MAMUZ Museumszentrum Mistelbach und im Barockschlössl. Vor allem aber auch die Sammlung der Bilder, die seit 1979 die jährlichen Festivalplakate zierten:

Gerhard Kohlbauer (1979/ 1981), Ferdinand Altmann (1982), Winni Jakob (1983), Günther Esterer (1984/ 1985/ 1988), Susi Mattes (1986), Helmut Krottenmüller (1987), Roman und Nadine (1989), Lore Kronsteiner (1990), Gitti Fleischhacker (1991), Josef Bramer (1992), Karl Korab (1993), Erich Eibl (1994), Helmut Kies (1995), Gottfried „Laf“ Wurm (1996), Wolfgang Hutter (1997), Paul Flora (1998), Arik Brauer (1999), Adolf Frohner (2000), Christian Ludwig Attersee (2001), Franz Kaindl (2002), Arnulf Rainer (2003), Ernst Fuchs (2004), Adi Holzer (2005), Christy Astuy (2006), Franz Graf (2007), Hubert Schmalix (2008), Anna Reschl (2009), Gabriele Schöne (2010), IRONIMUS (2011), Johannes Niesel (2012), Peter Holzapfel (2013), Annamaria Tatu (2014), Hermann Nitsch (2015), Enikö Breda (2016)

Manche dieser international erfolgreichen Künstlerinnen und Künstlern hätten den Weg nach Mistelbach möglicherweise nie gefunden. Die zu ihren Ehren gestalteten, großen Ausstellungen im Barockschlössl sind jährlich Höhepunkte der Mistelbacher Kulturszene.

Über eine Viertelmillion Zuschauerinnen und Zuschauer haben seit Gründung des Festivals internationale und nationale Puppenspielkunst vom Feinsten aus mehr als 60 Ländern der Erde bewundern können. An insgesamt sieben Festival-Tagen mit 40 unterschiedlichen Inszenierungen aus mindestens 10 verschiedenen Ländern in rund 90 Aufführungen steht Mistelbach alljährlich ganz im Zeichen des Puppenspiels – das Kultur-Highlight für alle Generationen im Herbst im Weinviertel, das sich auch international großer Beliebtheit und Anerkennung erfreut.